Paper: Hurra, eine Debatte! Oder: Die Notwendigkeit der Kritik.

In einem Flyer, der zunächst zum Antifee 2012 erschien und anschließend in der GöDru abgedruckt wurde, kritisierten wir einerseits den Aufruf zur und andererseits die Diskussion um die 8.-März-Demonstration 2012. Damit wollten wir eine Debatte über feministische Politik in Göttingen anstoßen. Die Antwort der Genoss_innen von femko, die an der Demonstrationsorga beteiligt waren, erfolgte kurz vor dem 8. März 2013. Wir möchten gerne auf die einzelnen Punkte eingehen, da uns sehr an einer Debatte um feministische Theorie und Praxis gelegen ist.

In dem Antwortschreiben wurde bemängelt, dass „gerade bei einer (queer)feministischen demonstration“ unzulänglichkeiten thematisiert würden, „als ob da ,immer alles drin stehen’ könnte und müsste“.

Darauf können wir entgegnen, dass wir einerseits selbstverständlich auch andere sowie uns selbst kritisieren und andererseits deshalb Kritik üben, weil wir als Feminist_innen eben Bock auf einen coolen Feminismus haben und glauben, dass eine Debatte uns alle weiterbringt. Dass nicht „alles“ in einem Aufruf untergebracht werden kann, ist uns klar. Es ging uns ja auch nicht darum, dass der eine oder andere Aspekt der Kürze eines Aufrufes zwangsläufig zum Opfer gefallen ist. Es ist vielmehr die grundsätzliche Ausrichtung, auf die unsere Kritik abzielt. So kritisierten wir, dass „in diesem Gesellschaftskritik auf ein bloßes Nebeneinander von verschiedenen Herrschaftsausdrücken reduziert [wird]. Es findet aber keine Anstrengung statt, diese als Ausdruck gesellschaftlicher Totalität zu kritisieren, ihre Grundbedingung und ihren strukturellen Zusammenhang mit dem Kapitalverhältnis aufzudecken.“ Das heißt ja nicht, dass hier eine Unvollständigkeit bemängelt wird, sondern der fehlende Versuch, die Dinge miteinander in Beziehung zu setzen. Unseres Erachtens muss man… (mehr)