Bye bye Szene? Ein vorläufiger Abschiedsbrief

Fragmente zur Kritik des Szenekonzepts

Die (Göttinger) radikale Linke hat ein Problem. Sie scheut die öffentliche Debatte, sie scheut die politische Auseinandersetzung. Ein schon langer gärender Gedanke: Vielleicht konnte das Problem analytisch eingekreist werden, wenn sich des Konzeptes „Szene“ angenommen wird. Denn „Szene“ ist immer Bezugspunkt: Wie verhalt sich „die Szene“ bei Konflikten? Was wird „die Szene“ zu dieser oder jener Position sagen? Wie reagiert „die Szene“ auf einen Angriff von Bullen/ Nazis/ Staat?

„Szene“ verstehen wir hier als Klüngel, als Verschmelzung von Sozialem und Politischem. Das ist zunächst ein Arbeitsbegriff innerhalb einer Suchbewegung. Es geht nicht darum, das Konzept ein für allemal zu begraben. Vielmehr geht es darum, mal etwas auseinanderzuklamüsern, was Probleme, Frust, Angst, Unbehagen, ätzende soziale Dynamiken hervorruft. Der erste Gedanke wurde in dieser Suchbewegung Politisches und Soziales unterscheiden. Ja, natürlich ist das Soziale politisch und das Politische sozial. Aber um zu graben, vielleicht mal die künstliche Trennung. Die erste Annahme wäre: Man tritt an, um Politik zu machen. In einem Zusammenhang. In der Linken (dazu später mehr). Die zweite Annahme ist: Man braucht Freund_innen, soziale Netzwerke. Klar, dass die Leute auch im politischen Umfeld gesucht werden.

Worum es in dieser Kritik aber geht, ist die unreflektierte Vermischung. Kritisiert werden muss: die Hinterzimmerpolitik. (mehr)