Paper: Sprachlosigkeit über die entfesselte Gewalt

Wir sind betroffen und wütend. Wir sind fassungslos und ohne Worte. Wir sind sprachlos, doch empfinden wir das größte Bedürfnis über den Akt entfesselter Gewalt in Norwegen zu reden. Dieses Bedürfnis empfinden wir, weil im Moment so viel geschrieben wird, das wir nicht verstehen und weil – bis jetzt – so wenig darüber geschrieben wird, in welchem politischen und ökonomischen Klima der Anschlag auf das Regierungsviertel und die Ermordung so vieler sozialistischer bzw. sozialdemokratischer Jugendlicher stattgefunden haben und überhaupt stattfinden konnten. Das öffentliche Schweigen kommt einem Verdrängen gleich. Deswegen fordern wir das Sprechen ein. Wir fordern ein, dass verarbeitet wird, was uns so fassungslos macht, dass darüber reflektiert wird, wo es herkommt, und das kritisiert wird, was es hervorgebracht hat. Die SPD hat mit ihrer Schweigeminute schon viel dazu beigetragen eine Form der Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen, die ohne zu instrumentalisieren der Opfer gedacht hat. Vielleicht hat sie es, weil es zu früh war, nicht vermocht die politischen Kontexte ausreichend zu benennen. Aber jetzt  müssen wir als Linke gemeinsam darüber reden, wie wir die Tat einordnen und was gerade das Gefährliche am politischen Klima in Europa ist. (mehr)

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