Paper: Homophobie und Männerbünde

Immer zu Semesterbeginn kann man sich über seltsame Anzeigen wundern: da werden für billige Zimmer mit Billardtisch und eigener Hauskneipe explizit männliche Studenten gesucht. Klar, da handelt es sich um Studentenverbindungen. Nur ein Bruchteil der Verbindungen ist gemischt und es gibt nur eine sehr kleine Zahl von Frauenverbindungen. Sämtliche in der DB organisierten Burschenschaften jedoch sind reine Männerbünde. „Ganz einfach, es gibt ja auch keine gemischten Fußballmannschaften. Das soll nichts Ausgrenzendes sein, sondern etwas Integrierendes für jene, die dabei sind. Wir sagen ja nicht: Frauen dürfen hier nicht herkommen. Sie dürfen nur kein Mitglied werden.“, so oder so ähnlich begründen den Ausschluss von Frauen wohl die meisten der Korporierten, die Mitglied einer DB-Burschenschaft sind. Das ist nicht so harmlos, wie es vielleicht klingt. Denn der Ausschluss von Frauen ist keine Laune, sondern das Wesen von Männerbünden. Das zeigt sich auf verschiedene Weise: wie die Burschis sich gegenseitig zu „echten Männern“ mit all der dazugehörigen Härte erziehen, was sie über Frauen und Schwule denken und wie sie sich „Geschlecht“ vorstellen. Auch wenn sie äußern mögen, dass sie doch ziemlich tolerant seien und „Abweichungen von der Norm“ akzeptieren, ist eben bereits diese Auffassung diskriminierend. Und sie arbeiten nicht etwa daran, Diskriminierungen zu mindern, sondern feilen weiter an der Norm, indem sie versuchen eine ideale Männlichkeit auszubilden. Dies ist in den burschenschaftlichen Strukturen und Traditionen zentral. (mehr)

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